Mittlere Nennlebensdauer von Leuchten

 
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Mittlere Nennlebensdauer von Leuchten
 

Die Lebensdauerangabe einer Lampe informiert Verbraucher darüber, wie lange ein Leuchtmittel unter üblichen Betriebsbedingungen genutzt werden kann. Bei LED-Beleuchtung unterscheidet man dabei zwischen dem vollständigen Ausfall und dem allmählichen Rückgang der Helligkeit.

Lebensdauerangaben bei LED-Lampen – Rechtlicher Rahmen (EU)

Seit 2019/2020 gelten in der EU neue Ökodesign- und Energiekennzeichnungs-Verordnungen für Lichtquellen. Hersteller sind verpflichtet, technische Produktdaten bereitzustellen und in der europäischen Produktdatenbank EPREL zu hinterlegen (zugänglich u. a. über einen QR-Code auf dem Energielabel).

Dazu gehören unter anderem Angaben zur:

Die Daten müssen im technischen Datenblatt korrekt ausgewiesen sein.

Mittlere Nennlebensdauer bei LED-Lampen

Die mittlere Nennlebensdauer (auch Bemessungslebensdauer) beschreibt den Zeitraum, für den ein Hersteller die Funktionsfähigkeit einer LED-Lampe unter definierten Prüfbedingungen angibt. Sie wird in Betriebsstunden angegeben (z. B. 20.000 Stunden).

Bei LEDs erfolgt diese Angabe meist in Kombination aus L-Wert (Lichtstromerhaltung) und B-Wert (Überlebensrate), zum Beispiel:

L70B50 = 20.000 Stunden

Das bedeutet:

  • 20.000 Stunden: Das ist die Nennlebensdauer, also der betrachtete Betriebszeitraum.

  • L70: Nach 20.000 Stunden beträgt der Lichtstrom noch mindestens 70 % des ursprünglichen Wertes (30 % Helligkeitsverlust).

  • B50: Nach 20.000 Stunden funktionieren noch mindestens 50 % der geprüften Lampen. Die anderen 50 % können bereits ausgefallen sein.

Die Nennlebensdauer ist somit die Zeitangabe, während die Überlebensrate (B-Wert) angibt, wie viele Lampen diesen Zeitpunkt noch funktionsfähig erreichen.

Es handelt sich also nicht um eine Garantie für den Ausfallzeitpunkt einer einzelnen Lampe, sondern um einen statistisch ermittelten Wert aus standardisierten Prüfverfahren.

Lichtstromerhaltung (L-Werte / Lichtdegradation)

Wie lange halten LED-Leuchten? Anders als klassische Glühlbirnen fallen LEDs meist nicht abrupt aus. Stattdessen nimmt ihre Helligkeit bzw. Lichtleistung im Laufe der Zeit allmählich ab. Dieser Prozess wird als Lichtdegradation bezeichnet.

Typische Kennzeichnungen sind:

  • L70 → 70 % Restlichtstrom

  • L80 → 80 % Restlichtstrom

  • L50 → 50 % Restlichtstrom

Sinkt der Lichtstrom unter 70 %, hat die Lampe mindestens 30 % ihrer ursprünglichen Helligkeit verloren. In vielen Bereichen kann sie jedoch weiterhin ausreichend Licht liefern.

Wie wird die Lebensdauer von LEDs ermittelt?

Eine Angabe von 15.000 Stunden entspricht rechnerisch etwa 625 Tagen Dauerbetrieb (24 Stunden täglich). Ein realer Dauertest über mehrere Jahre wäre jedoch wirtschaftlich kaum praktikabel.

Deshalb werden LED-Module nach internationalen Standards (z. B. LM-80 und TM-21) geprüft. Dabei:

  1. werden LEDs über mehrere tausend Stunden unter definierten Bedingungen getestet,

  2. die Lichtstromentwicklung wird gemessen

  3. anschließend wird mithilfe statistischer Verfahren die langfristige Lebensdauer prognostiziert.

Teilweise kommen beschleunigte Alterungstests mit erhöhten Temperaturen zum Einsatz, um verlässliche Hochrechnungen zu ermöglichen.

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